Dekubitus - richtig vorbeugen

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus ist eine lokale Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes aufgrund von längerer Druckbelastung, die die Durchblutung der Haut stört. Weitere Bezeichnungen sind Dekubitalgeschwür, Druckgeschwür, Wundliegegeschwür (oder jeweils -ulkus). Quelle

Betroffen sind vor allem Menschen, die sehr schwach, gelähmt oder nicht bei Bewusstsein sind. Sie liegen oder sitzen sehr lange unbeweglich in einer Position. So werden Arterien und Venen zusammengepresst. Es entsteht eine Mangeldurchblutung. Findet dann keine Druckentlastung durch Veränderung der Position statt, wird das darunter liegende Gewebe geschädigt. Gesunde Menschen spüren schnell, wenn der Druck auf eine Körperstelle zu stark wird und verändern ihre Position. Ein gestörtes Schmerzempfinden und diverse Krankheiten verhindern dies. So wird die Entstehung von Druckgeschwüren begünstigt. Diese Krankheiten sind beispielsweise Lähmungen in den betroffenen Körperteilen, ein schon länger andauernder Diabetes mellitus, bestimmte Medikamente, Durchblutungsstörungen, Unterernährung bei bettlägerigen Menschen, aber auch Adipositas, Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel.

Bestimmte Bereiche sind je nach Belastung besonderem Druck ausgesetzt. Die Hautareale über den Sitzbeinen, Steiß- und Kreuzbein sind bei Rollstuhlfahrern bzw. bei langem Sitzen besonders gefährdet. Bei Bettlägerigkeit und längerem Liegen werden zudem die Fersen sowie die Hautareale über dem Rollhügel (Knochenvorsprung der Oberschenkelknochen) besonders belastet.

Wie kann ich einen Dekubitus vorbeugen?

Eine kontinuierliche und konsequente Pflegeroutine ist besonders wichtig. Halten Sie sich an die folgenden Schritte, um Dekubitus vorzubeugen:

  1. Regelmäßige Hautkontrolle bei der täglichen Körperpflege
  2. Hautkontrolle nach jeder Belastung
  3. Bei Rötungen kann der „Fingertest“ Auskunft geben. Bei Auftreten einer geröteten Stelle mit einem Finger auf die Hautpartie drücken, bis ein weißer Umriss entsteht. Bleibt die Stelle nach dem Loslassen kurz weiß und verschwindet dann, ist sie „wegdrückbar“– es liegt noch kein Dekubitus vor. Wichtig: Entlasten Sie die Körperregion, bis die Rötung komplett verschwunden ist!
  4. Gefährdete Körperstellen entlasten, z.B. durch Lagerungshilfen
  5. Regelmäßiger Lagerungs- und Positionswechsel bei Bettlägerigkeit durchführen (2-4 stündlich, ggf. Mikrobewegungen)
  6. Auf trockene Hautverhältnisse und Körperhygiene achten
  7. Kontinenz anstreben: Blasen- und Darmmanagement anpassen
  8. Ausgewogene Ernährung
  9. Dekubitus-Matratze verwenden (Weichlagerungs- oder Wechsel­druckmatratzen)
  10. Falten vermeiden beispielsweise durch Bettlaken, Kleidung oder Fremd­körper
  11. Bei Fragen unbedingt Pflegeexperten zu Rate ziehen

Die vier verschiedenen Stadien des Dekubitus

Die Schwere des Dekubitus lässt sich in unterschiedliche Grade einteilen:

  • Die Rötung ist nicht mehr „wegdrückbar“, die Haut aber intakt = Dekubitus-Grad 1
  • Rötung, Blasenbildung, Teildefekt der Haut = Dekubitus-Grad 2
  • Verlust aller Hautschichten, Zerstörung des darunter liegenden Gewebes = Dekubitus-Grad 3
  • Totaler Gewebeverlust, Muskeln, Sehnen oder Knochen liegen frei = Dekubitus-Grad 4

Wichtige Hilfsmittel zur Vorbeugung und Versorgung

Eine druckentlastende Matratze, eine sogenannte Dekubitusmatratze ist für alle Betroffenen ein sinnvolles Hilfsmittel, die durch Dekubitus gefährdet bzw. eingeschränkt in ihrer Mobilität und Eigenbeweglichkeit sind. Man unterscheidet die Weichlagerungsmatratze aus Schaumstoffen oder das elektrische Wechseldrucksystem. Beide Varianten sorgen für eine optimale Druckverteilung. Mithilfe von Lagerungshilfsmitteln wie beispielsweise Kissen können spezielle Bereiche entlastet und so Druckstellen vorgebeugt werden.

Rollstuhlfahrern hilft ein individuelles Sitzkissen, dass eine hohe Druckverteilung gewährleistet und aufgrund des rutschfesten Stoffes Reibung verhindert.

Für die Mobilisation in den Roll- oder Toilettenstuhl gibt es ein breites Angebot an Hilfsmitteln, die den Angehörigen das tägliche Leben erleichtern. Ein Patientenlifter beispielsweise erlaubt ein schonendes Heben und Bewegen des Patienten und zudem ein sicheres und rückenschonendes Arbeiten für die Hilfsperson.

Hier finden Sie weitere Pflege- und Alltagshilfen.

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